Nahrungsergänzungsmittel

Zur Förderung des Muskelaufbaus ist die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln unter Hobby- und Freizeitsportlern sehr beliebt. Doch helfen diese Produkte wirklich?

Ich selbst betreibe bereits seit Januar 1978 Leistungssport, Vegetarier wurde ich im Jahr 1981. Den Fleischkonsum habe ich seither nie vermisst und mir mangelt es auch weder an ausgebildeter Muskulatur, noch habe ich andere Mangelerscheinungen, die auf eine Unterernährung oder eine zu geringe Protein-Versorgung hinweisen könnten.

Mein Unternehmen, über das ich heute auch den Dienst Personaltrainer-Frankfurt.COM anbiete, gründete ich im Frühjahr 2001. Seit jener Zeit nehmen nahezu regelmäßig Firmen mit mir in Kontakt auf, die mich als Vertreiber ihrer sogenannten Nahrungsergänzungsmittel anzuwerben versuchen — eine Marktnische, die vor allem für Fitness- und Sportstudios, Sportschulen und –vereine wie auch für Personaltrainer sehr geeignet zu sein scheint, Nebeneinkünfte über den Verkauf solcher Produkte zu erlangen. So interessant daran vor allem auch ist, dass jeder einzelne der Aquisitoren mir jedes Mal suggerieren möchte, seine Firma sei die marktführende dieser Branche, wirklich bedeutend hingegen ist, welchen Sinn jene Nahrungsergänzungsmittel denn überhaupt für sportlich aktive Menschen haben könnten.

Deshalb empfehle ich allen Personen, die über sportliche Aktivitäten — ob über meine oder andere Angebote — einen körperlichen Aufbau beabsichtigen, sorgfältig zu überprüfen, ob Nahrungsergänzungsmittel für sie persönlich denn überhaupt sinnvoll sind und falls, welche Qualität und in welchem Maße.

Recherchiert man im Internet nach Kritiken zu Herstellerfirmen von Nahrungsergänzungsmitteln oder deren Produkten, so findet man sehr oft qualifizierte Proklamationen von wissenschaftlichen Stellen oder Verbraucherzentralen, welche die Bestandteile bestimmter untersuchter Produkte entweder als „wertlos“ oder „nur für schwangere oder magersüchtige Personen geeignet“ einstufen. Für durchschnittlich gesunde Menschen — vor allem jenen, die keinen diätetischen Einschränkungen aus medizinischen Gründen unterliegen — gibt es laut Ernährungswissenschaftlern und Sportmedizinern keine Gründe, entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

Da auch bei mir der Gedanke nahe liegt, ich könnte als vegetarisch lebender Leistungssportler eventuell meinen Protein-Bedarf nicht ausreichend decken, haben ich im Jahr 2011 dann doch einmal ein halbes Jahr lang den Versuch durchgeführt, Nahrungsergänzungsmitte zu mir zu nehmen, um zu überprüfen, ob ich dadurch mehr Muskelmasse aufbauen würde. Doch der Schreck war groß, denn ich wurde während dieser Versuchs-Phase zwar nicht automatisch zum „Hulk“, jedoch habe ich erstmals in meinem Leben einen kleinen Speckansatz an meinem Bauch bekommen — etwas, das mir bis dahin unmöglich schien. Nachdem ich die Nahrungsergänzungsmittel wieder abgesetzt hatte, verschwand auch der Speck nach kurzer Zeit wieder von meinem Bauch. Seither bin ich „geheilt“ und vertraue — wie vor dem Experiment — wieder auf den Genuss von Eiern und Quark.

Meine Faustregel als Sport-treibender Vegetarier: Pro Tag, an dem ich Sport treibe, drei bis vier Eier sowie 500 Gramm Quark essen. Denn der menschliche Körper nimmt das Eiweiß von Eiern besser auf, als das von Huhn, Fisch oder Fleisch (egal um welche Sorte es sich handelt). Sowohl in Eiern wie auch in Quark liegt der Anteil an Proteinen bei 11 Prozent. Entgegen früherer Einstufungen stellt der Konsum von Eiern kein erhöhtes Risiko für eine Cholesterin-Belastung dar und sowohl Eier als auch Quark haben bei mir persönlich zu keinem Speckansatz am Bauch oder in anderen Regionen meines Körpers geführt.

Für mich selbst gilt mein Körper als Objekt meiner eigenen Langzeitstudie. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes beitreibe ich als 50-jähriger Mann bereits seit knapp 37 Jahren Leistungssport und beschäftige mich ebenso lange mit dem Ideal, meinen Körper aufzubauen. Wäre meine Methode eine falsche, so würden sich die Auswirkungen für mich nach all dieser Zeit deutlich zeigen. Doch stattdessen habe ich eine ebenso gut durchtrainierte wie auch angemessen muskulöse Figur — ohne jedwede Mangelerscheinungen. Dies deutet zumindest darauf hin, dass mein Ernährungskonzept mit zusätzlichen Eiern und Quark nicht falsch sein kann.

Ich maße mir nicht an, meine Erfahrungen ultimativ für alle anderen Menschen als einzig richtige Möglichkeit geltend machen zu wollen, doch empfehle ich jedem, der beabsichtigt, seinen Körper ideal aufzubauen, sich sehr kritisch mit der Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln auseinanderzusetzen. Erscheinen Ihnen Informationen über einzelne Produkte interessant, so recherchieren Sie doch einfach einmal im Internet, wie dieses Produkte auf versierten medizinischen Seiten bewertet werden. Recherchieren Sie auch nach den Firmen, die diese Produkte herstellt oder vertreibt, und achten Sie vor allem auch auf sachlichen Kritiken, statt auf glorifizierende Werbetexte dieser Firmen oder ihrer „selbständigen“ Vertreter, die lediglich dazu dienen, die Produkte zu verkaufen sowie ihre für die in Dosis und Qualität der Inhaltsstoffe oftmals überhöhten Preisen rechtfertigen zu wollen.

Sind Sie sich dann immer noch unsicher, fragen Sie einfach mal Ihre eigenen Kinder oder die Ihrer Nachbarn, ob auch sie schon in der 4. bis 5. Klasse ihrer Schule gelernt haben, dass die beste Ernährung immer noch die, durch ausgewogene Naturprodukte, ist und es immer nur dann sinnvoll sein kann, davon abzuweichen, falls zwingende medizinische Gründe dafür bestehen — und auch dann immer nur unter ärztlicher Aufsicht.

Für mich persönlich gilt jedenfalls, dass frisches Getreide und Gemüse weder in Geschmack noch durch seine Qualität durch irgendwelche chemisch aufbereiteten oder extrahierten Instantpulver ersetzt werden kann — weder kulinarisch noch qualitativ.

Sie selbst sollten sich auch die Frage erlauben, ob die natürlich begrenzten Möglichkeiten, Ihre Muskulatur aufbauen zu können, im Kontext Ihres biologischen Lebens letztendlich nicht auch einen tieferen Sinn ergeben — eventuell jenen, länger gesund leben zu können.

 

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